
Eine Seefahrt die ist lustig... So könnte man mit dieser kleinen Hochzeitsstory beginnen, denn heute zieht es uns an den Kulkwitzer See nach
Leipzig wo es Marilyn und Tobias so richtig krachen ließen. Doch erst einmal zurück in die Heidestadt Dahlen, eine ruhige und verschlafene Kleinstadt bei Oschatz, wo sich die beiden das Jawort
gaben. 2022 schien echt ein verregnetes Fotojahr gewesen zu sein, zumindest was meine Hochzeiten anbelangte meinte es Petrus nicht immer gut mit mir. Auch an diesem Vormittag schüttete es
mitunter wie aus Kannen, doch zum Glück ließ sich niemand deswegen die Laune verderben. Als Hochzeitsfotograf bin ich natürlich stets gewappnet und habe das ein oder andere Regenschirmchen immer
mit an Bord, denn eine ruinierte, erst frisch gestylte Brautfrisur wäre fatal und das Ausmaß einer vor Wut schäumenden Braut unvorstellbar Oft bin ich der erste vor Ort, um mit der
Standesbeamtin noch einmal die wichtigsten Details durchzugehen und den ein oder anderen Smalltalk mit den Hochzeitsgästen zu tätigen, denn so lernt man sich schon einmal kennen und wird auch
gleich warm miteinander. Ja und Tobias der leicht aufgeregte Bräutigam, auch wenn er es zu unterdrücken versuchte, war natürlich auch schon anwesend. Er hielt vor dem Dahlener Rathaus die
Stellung und empfing die ersten Hochzeitsgäste welche nach und nach eintrudelten. Beide Canon Kameras startklar, die Akkus frisch geladen und alle Speicherkarten formatiert, machte ich mich
sogleich an die Arbeit und schoss die ersten interessanten Hochzeitsmomente und hielt sie im Bild fest. Allmählich füllte sich das Standesamt im Dahlener Rathaus und es herrschte ein reges
Gedränge zwischen den Sitzplätzen, für mich kein Grund zur Aufregung, denn ich machte derweil ein paar Detailfotos von den Hochzeitsringen, die bereits auf dem Tisch der Standesbeamtin hübsch auf
einem Ringkissen angebracht wurden und miteinander kuschelten. Nun war es soweit, denn endlich traf die chice Braut Marilyn in Begleitung ihres Bruders Markus ein und die Hochzeitszeremonie
konnte somit beginnen. Versteckt unter einem riesigen Palmenwedel, der aus einer Ecke des Standesamtes ragte, nahm ich die erste Begegnung des Brautpaares an diesem Tag ins Visier. Aus dem
Fenster konnte ich beobachten wie Pavillons für den Sektempfang und als Unterschlupf wegen des Regens errichtet wurden. Eine tolle Idee, die später als Hochzeitsüberraschung nach der Trauung
dienen sollte. Die Ringe ordnungsgemäß aufgesteckt und auch der Hochzeitskuss funktionierte einwandfrei, gab es von mir die Note eins für das erledigen der Hausaufgaben. Nach einer gelungenen
Ansprache der Standesbeamtin und einer guten dreiviertel Stunde war der erste Teil, so wie bei jeder Hochzeit, endlich überstanden und wurde abgesegnet. Die Hochzeitsgäste perfekt positioniert
und den Blütenkindern rasch noch ein paar Tipps mit auf den Weg gegeben, kamen auch schon Marilyn und Tobias, elegant Stufe für Stufe, strahlend dem Glück entgegen die Rathaustreppe hinunter
stolziert. Im Dauerfeuer führte ich meine Hochzeitsreportage fort und die Hochzeitstauben, die bereits in den Startlöchern saßen, gurrten unserem Brautpaar ihre eigens komponierte Wedding Melody
vor. Zu alledem setzte wieder einmal der schon fast vermisste Regen ein und man kuschelte sich wärme und schutzsuchend aneinander, feucht fröhlich bei Canape, Kuchen und Sekt. Nach einem kleinen
Hochzeitsshooting am Marktbrunnen unter der strengen Beobachtung des "Sackhuppers", dem Wahrzeichen der Stadt Dahlen, lag jetzt Aufbruchstimmung in der Luft und ein großer Reisebus stand schon
zur Abfahrt in Richtung Leipzig an den idyllischen Kulkwitzer See bereit. Hier war es zwar etwas windiger doch dafür gab es keinen Regen. Da lag er nun der alte Kutter, der einst den Namen MS
"Frieda" trug. Schon seit den 1970er Jahren diente dieser als Ausflugslokal und ist auch heute noch eine beliebte Leipziger Eventlocation, heute heißt diese Gaststätte übrigens "amSee". Die
Hochzeitsparty konnte also somit beginnen, denn der Bus mit allen Hochzeitsgästen kam gerade vorgefahren und unser Brautpaar wartete bereits am Eingang der Location. Nach dem traditionellen
anschneiden der Hochzeitstorte und einem gemütlichen Beisammensein bei Kaffee und Kuchen widmete ich mich nun dem Brautpaarshooting, auch wenn es sehr stürmisch war versuchten wir irgendwie das
beste daraus zu zaubern. Die Zeit verging wie im Fluge und nach vielen Stunden, Party, Spaß und Leckereien ging auch dieser unvergessliche Tag für mich als Oschatzer Hochzeitsfotograf zuende und
es entstand wie immer eine wunderschöne Bildreportage mit unvergesslichen Momenten an die sich alle gern zurück erinnern werden.